Sonderangebote der Musikbranche

Abseits des Mainstream

In Österreich hat man es grundsätzlich nicht leicht als Nicht-Volksmusik/Cover/Hochzeitsband. Jeder der sich selbst mit Musik beschäftigt und nicht Teil einer Band der genannten Genres ist, hat es wahrscheinlich schon selbst erlebt und kann im wahrsten Sinn des Wortes ein Lied davon singen.

Ich kenne mittlerweile unzählige Bands die wahrlich gute Musik machen und bei deren Konzerten ich mit größten Vergnügen CDs und T-Shirts kaufe. Sind diese Bands bekannt? Mäßig bis gar nicht. Warum ist das so? Einfach, wer abseits vom Mainstream Musik macht muss unverhältnismäßig viel Zeit in Promotion und Marketing stecken um weiter zu kommen. Wer es sich leisten kann, kauft sich diese Dienste. Wer es nicht kann oder will, hat die minimale Chance wenn er zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort spielt und die richtigen Menschen dies hören. Ein Lotto 6er könnte sich nebenher auch ausgehen.

Was macht man also? Man reduziert seine Ansprüche – nehmen wir einmal die Band „wHITE pLASTIC tAPE“ als Beispiel.

Man hat sich über Jahre hinweg ein paar Kontakte geschaffen und spielt auch regelmäßig live. Gute Sache, v.a. weil diese Veranstaltungen gut organisiert ablaufen. Grundsätzlich laden wir gerne unsere Sachen in Autos, fahren manchmal hunderte Kilometer nach unseren Tagesjobs in einen anderen Ort, laden dort alles wieder aus, bauen unser Equipment auf, checken und spielen dann für kleine oder auch größere Menschenmengen. Als Entschädigung hatten wir einen tollen Abend, konnten unserer Leidenschaft, dem Musizieren, nachgehen. Wir bekommen ein paar Freigetränke und kommen dann meist spät in der Nacht total erledigt nach Hause nachdem wir unser Equipment wieder brav im Proberaum verstaut haben.

Manchmal dürfen wir uns über eine Gage freuen, manchmal bekommen wir ein Abendessen, manchmal tun auch drei Freigetränke alles um uns zufrieden zu stellen. Man sieht die Ansprüche sind gering. Die paar hundert Euro die so im Jahr zusammenkommen landen in der Bandkassa und wir finanzieren uns damit dann z.B. unsere EP.

Das tun wir uns aber nicht mehr an – Sonderangebote der Musikbranche

Was uns dann aber leider immer wieder unterkommt und warum ich diese Zeilen jetzt verfasse sind die „Sonderangebote der Musikbranche“ in Österreich.

Wie sehen diese Angebote aus?

Liebe Band XY.

wir bieten euch die einmalige Chance als lokale Vorband mit 4-5 anderen Bands für die ach so berühmten „Band XY“ (einfach unbekannten Bandnamen der Wahl einfügen) auf der Bühne zu stehen. Wir organisieren Alles, Bühne, Technik, Liveaufzeichnung (gegen Bares versteht sich)…

Als Gegenleistung müsst ihr eure Fanbase mobilisieren und XY Stück Karten zum Preis von XY € vorab verkaufen…

Und da kommt mir dann immer das Kotzen.

Die Veranstalter machen es sich einfach. Um es in einem Satz zusammen zu fassen: Sämtliches finanzielles Risiko der Veranstalter wird auf junge/unbekannte aber konzertzhungrige Bands abgewälzt. Aufgrund der Preise und Anzahl der Karten die vorab erworben werden müssen, muss jede Band durchschnittlich 300-400 € an den Veranstalter zahlen. Klar, immer mit dem Hinweis um die Bands zu motivieren die eigene Fanbase zu mobilisieren. Aber sind wir doch mal ehrlich, mit rund 1500€ Budget vor Konzertbeginn kann eigentlich nur mehr wenig nach hintern losgehen. Hören sich solche Veranstalter die Bands überhaupt an? Egal. Hauptsache sie zahlen. Die Bands investieren Unmengen an Zeit und Geld in ihre Musik und sollen dann für Auftritte bezahlen?

Leider werden solche Veranstaltungen immer öfter unter solchen oder ähnlichen Konditionen angeboten und nicht nur einmal hatte ich das Gefühl dass dies vor allem von sehr jungen Künstlern schon als normal bzw. gegeben empfunden wird. Eindeutig ein falscher und mieser Trend! Deswegen:

Liebe Veranstalter die ihr Bands unter oben genannten Konditionen bucht: wHITE pLASTIC tAPE ist gerne Bereit für Kost und Getränke oder wenig Gage zu spielen,

jedoch sind wir nicht gewillt EUER finanzielles Risiko als Veranstalter zu tragen.

Und ich hoffe dass Ihr diese Ausbeuterei abstellt und euch auf euer Geschäft konzentriert, gute Konzerte zu veranstalten bei denen das Publikum, ihr selbst aber auch die Bands als Gewinner die Location verlassen.

-Patrick

 

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